Neutralisationsanlagen

AW-Neutralisationstechnik, die moderne und wirtschaftliche Lösung zur Neutralisation von Abwässern aus Laboratorien oder der Industrie. Es werden im Wesentlichen drei Verfahren eingesetzt:
Chargenneutralisation
Durchlaufneutralisation
Reaktorneutralisation

Chargenneutralisationsanlage

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Hierbei werden die Abwässer in einen Behälter geleitet, in dem bei Erreichen eines bestimmten Niveaus mittels eines Rührwerkes der Inhalt intensiv vermischt wird und falls erforderlich, Säure oder Lauge dosiert wird. Nach Erreichen des gewünschten pH-Wertes und einer Beruhigungszeit wird der Inhalt in den Kanal abgelassen. Während des Neutralisierungsvorganges kann kein weiteres Abwasser in den Behälter gelassen werden, so dass man in den meisten Fällen zwei Neutralisierungsbehälter, die wechselseitig betrieben werden, erforderlich sind.

Vorteile: Durch die Pufferung werden saure und alkalische Abwasser gegenseitig neutralisiert, so dass weniger Säure oder Lauge eingesetzt werden muss.

Nachteile: Großer apparativer Aufwand, daher nur sinnvoll bei kleineren Durchsatzleistungen.

Durchlaufneutralisationsanlage

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Hierbei ist nur ein Reaktionsbehälter erforderlich, der kontinuierlich beschickt werden kann. Es wird ständig der pH-Wert gemessen und je nach Abweichung Säure oder Lauge dosiert. Der Behälter ist immer gefüllt, d.h. wenn vorne 1 Liter Wasser eintritt, dann fließt hinten 1 Liter in den Kanal. Fallen nun zeitversetzt Abwässer mit unterschiedlichen pH-Werten an, so können sich diese nicht gegenseitig neutralisieren und dadurch hat man einen hohen Chemikalienverbrauch.

Aufgrund der hydraulischen Gegebenheiten läuft das Abwasser unterschiedlich schnell durch die Anlage und durch die unterschiedlichen Verweilzeiten kann es zur Unter- oder Überdosierung kommen.

Dieses Verfahren sollte vor allem dort eingesetzt werden, wo das Abwasser mit einem annähernd konstanten pH-Wert anfällt.

Vorteil: Geringer apparativer Aufwand als bei der Chargenneutralisation

Nachteil: Hoher Chemikalienverbrauch

Reaktor-Neutalisationsanlage

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Die AW-Reaktoranlage verbindet die Vorteile der Chargenneutralisation und der Durchlaufneutralisation.

In einem Vorlagebehälter wird das zu behandelnde Abwasser zunächst geleitet und gepuffert. Bei einem bestimmten Füllstand wird das Wasser mittels einer
Pumpe in den Reaktor gefördert. Der pH-Wert wird vor dem Reaktor gemessen und je nach Abweichung wird Säure oder Lauge zugegeben und im Reaktor intensiv vermischt.

Der gemessene pH-Wert am Ausgang des Reaktors bestimmt nun, ob das Abwasser über die pH-Endkontrolle an den Kanal abgegeben werden kann oder ob das Wasser im Kreis zurück in den Vorlagebehälter gepumpt wird.

Eine gewisse Vorlaufzeit sorgt dafür, dass zunächst bei Neutralisationsbeginn der Inhalt des Vorlagebehälters intensiv vermischt wird, bevor Säure oder Lauge dosiert wird.

Hierdurch wird erreicht, dass sich Abwässer mit unterschiedlichem pH-Wert gegenseitig neutralisieren können und damit werden Chemikalien eingespart.